Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Wow, nun stehen wir fast schon wieder vor dem Jahresende! Wie auch schon die vorherigen Jahre, sind die 365 Tage schneller vergangen, als gedacht. Zurückblicken können wir auf zahlreiche Ereignisse: Nicht nur die Anwenderschulungen schritten im Jahr 2016 weiter voran, auch in verschiedenen Veranstaltungen kam PRiME zur Sprache. Ein Highlight war wohl die Verleihung des DiALOG-Awards im April in Dresden, bei der wir mit dem Exzellenzsiegel ausgezeichnet worden sind. Auch die Abschlussveranstaltung, die vergangenen Monat stattfand, rundete das Projekt noch einmal offiziell ab.

 

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Quelle: Pexels

 

Mit dem Projekt- und zugleich Jahresende wird es auch hier auf dem Blog ruhiger werden. Das heißt jedoch nicht, dass PRiME in der Schublade landet – im Gegenteil. Es wird weiter daran gearbeitet und demnächst in die Hände von DB Training übergeben. Außerdem stehen noch weitere Veranstaltungen an, auf denen wir PRiME vorstellen werden, wie zum Beispiel der UIC-Kongress im April 2017 in Berlin/Potsdam. Darüber hinaus erwartet uns im kommenden Jahr die Veröffentlichung eines Buchbeitrages zum Thema „E-Learning 4.0“.

Sie haben natürlich auch weiterhin, wie gewohnt, die Möglichkeit, uns in Bezug zu PRiME zu kontaktieren. Für Fragen und Rückmeldungen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.

Doch bevor wir den Jahreswechsel feiern, steht zuerst noch Weihnachten vor der Tür. Das bedeutet: allmählich einen Gang zurückschalten und die Vorweihnachtszeit genießen. Daher wünschen wir Ihnen besinnliche Festtage im Kreise der Lieben und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017!

Es hat großen Spaß gemacht, Sie hier auf dem Blog auf dem Laufenden zu halten. An dieser Stelle danken wir allen Lesern für Ihr Interesse! Ein großer Dank gilt aber auch unserem gesamten Team und all denjenigen, die PRiME über die drei Jahre hinweg unterstützt haben!

 

Machen Sie es gut,

Ihr PRiME-Team

[Rückblick]: Das war die PRiME-Abschlussveranstaltung

Wie bereits Anfang November angekündigt, steht PRiME nun auf eigenen Beinen. Denn zumindest aus offizieller Sicht ist unser Projekt nun am Ende angelangt. Zwischen Projektstart im Juli 2013 und -ende im Oktober 2016 lagen über drei Jahre Arbeit – verbunden mit jeder Menge Spaß, aber auch teilweise Nerven, die uns das Projekt abverlangt hat.

 

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Wer war mit dabei?

In unserer Abschlussveranstaltung, die wir am 23.11.2016 in Aachen ausrichteten, ließen wir einige Momente davon noch einmal Revue passieren und schauten uns genauer an, wo PRiME aktuell steht. Eingeladen waren neben allen Kollegen, die an PRiME mitwirkten, auch Caroline Surmann vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)/DLR sowie Václav Demling vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), der unter anderem das Portal „qualifizierungdigital.de“ des BMBF betreut. Insbesondere die Förderung und Unterstützung durch das BMBF machte einen wesentlichen Teil des Projektes aus, weshalb es uns umso mehr freute, auch die beiden zu Gast zu haben.

Wie lief die Veranstaltung ab?

Nach einigen vorbereitenden Maßnahmen startete die Veranstaltung nach der Mittagspause. In einer kleinen aber feinen Runde stellten sich zunächst alle Beteiligten vor, bevor Gerd über die Rahmenbedingungen und Ziele von PRiME sprach. Darüber hinaus gab er uns einige interessante Zahlen, Daten, Fakten rund um PRiME. So sind in den letzten drei Jahren insgesamt 44 studentische Abschlussarbeiten entstanden, 49 Blogeinträge sowie 12 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht worden. Wenn man die Zahlen so sieht, dann wird der Umfang des Projektes noch einmal deutlicher.

Im nächsten Schritt erklärte schließlich Hendrik die Funktionsweise und den Aufbau des Systems. Wie die Anwendungen dann tatsächlich aussehen,  zeigte Christoph in Form eines Screencast. Hier wurden nur die wesentlichen Funktionalitäten demonstriert, aber auch diese sind in ihrem Umfang so facettenreich, dass schnell klar war: Mit PRiME ist ein sehr vielschichtiges System entstanden. Nach und nach sind mehr und mehr Funktionalitäten dazugekommen – bedingt vor allem durch das Feedback der Nutzergruppe(n) in den Anwenderschulugen.

Auch Frau Surmann und Herr Demling waren sehr angetan vom Projekt. Als Stärken sahen sie neben einer guten Anwendbarkeit insbesondere die konkrete Anpassung an den Bedarf der Zielgruppe sowie den modularen Aufbau in PRiME. Getreu nach dem Baukastenprinzip lassen sich die einzelnen Anwendungen in PRiME individuell bearbeiten, sodass beispielsweise neue Funktionen einfach ergänzt werden können, ohne dabei das gesamte System zu verändern. Das positive Feedback hat uns sehr gefreut und bestärkt uns noch einmal mehr darin, mit PRiME ein nachhaltiges Produkt für viele Anwendungsbereiche zu schaffen.

Doch gleichzeitig ist es auch wichtig, angesichts der intelligenten Zerteilung von komplexen Dokumenten, die in PRiME ermöglicht wird, nicht nur viele kleine Wissensschnipsel zu produzieren, sondern auch den Kontext im Blick zu behalten. Denn um Informationen verarbeiten und Zusammenhänge herstellen zu können, ist das größere Ganze unabdinglich.

Die Abschlussveranstaltung ließen wir schließlich auf dem Aachener Weihnachtsmarkt gemütlich bei einer Tasse Glühwein ausklingen. Insgesamt war es sehr angenehmer und erfolgreicher Tag. Ein großes Danke an dieser Stelle für alle, die mit daran beteiligt waren!

Und zum Schluss kommen noch ein paar Impressionen:

Drei Jahre PRiME: Die Abschlussveranstaltung naht

Nachdem wir im Juli die freudige Nachricht erhielten, dass PRiME verlängert wird, konnten wir uns mit der Unterstützung des BMBF weitere vier Monate dem Projekt widmen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Vier Monate vergehen schnell und so nähert sich PRiME  langsam aber sicher dem Projektende. Zumindest in offizieller Hinsicht. Das Projekt wird natürlich auch weiterhin bestehen bleiben und optimiert denn jetzt geht es eigentlich erst richtig los. In der nächsten Zeit wird es vorrangig darum gehen, PRiME verstärkt bei Praxispartnern einzusetzen.

 

Quelle: Pexels

Quelle: Pexels

 

Anlässlich des nahenden Projektendes wird noch im gleichen Monat am 23.11.2016 unsere Abschlussveranstaltung stattfinden, die wir im Rahmen eines internen Kernteammeeting bei uns ausrichten. Das BMBF und allen voran das beauftragte DLR hat unser Forschungsprojekt PRiME seit Beginn an, das heißt seit 01.07.2013 gefördert. So erhielten wir in den drei Jahren jede Menge Support und Vertrauen. Auch wenn die Veranstaltung sich auf einen internen Kreis beläuft, möchten wir Sie gern wissen lassen, wo PRiME momentan steht und was wir zukünftig vorhaben.

PRiME wird dann ab 01.11.2016 eigenständig sein und darauf freuen wir uns.

 

Bis bald,

Ihr PRiME-Team

 

 

[Was macht eigentlich…]: Die Suche

Wie Sie sich sicher erinnern, haben wir Ihnen erst im letzten Beitrag die Möglichkeiten der Learning Analytics vorgestellt. (Hier können Sie nochmal nachlesen.) Unter anderem kam darin vor, dass die kontextbasierte Suche eine Maßnahme darstellt, um die Lernumgebung in PRiME stetig zu verbessern. Und genau diese Suchfunktion wollen wir uns heute mal genauer anschauen.

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Darum geht es

Der Name verrät es eigentlich schon: Die Suche sorgt dafür, dass Begriffe, Themen, Diskussionen, Beiträge und Co., die innerhalb des PRiME-Systems vorkommen, schnell und gezielt gefunden werden. Vor dem Hintergrund großer Datenmengen ist solch eine Funktion essenziell.

Doch so einfach die Suche auch klingen mag, so komplex ist sie in ihren Strukturen und Abläufen, die sich im Hintergrund abspielen. Die Komplexität merken die Nutzer am Tablet letztlich nicht und das ist auch gut so. Denn für sie ist am Ende nur wichtig, dass sich die Suche tatsächlich einfach und intuitiv bedienen lässt. Schließlich soll sie ihnen Erleichterung im Arbeits- und Lernalltag bieten.

So haben wir es umgesetzt

Wie schon angedeutet, sind mit der Suche die Learning Analytics eng verknüpft. Letztere dienen dazu, die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Nutzer auf einfache Art und Weise mit den passenden (Such-)Inhalten zu verknüpfen.

Mit der Erstellung neuer Inhalte werden diese direkt mit gewichteten Schlagworten versehen, die diese besonders gut beschreiben und repräsentieren sollen. Eine Suche kann so wesentlich effizienter gestaltet werden. Welche Inhalte den Nutzern letztendlich bei der Suche zuerst angezeigt werden, hängt von verschiedenen Aspekten ab. Unter anderem werden die Kontextinformationen des jeweiligen Nutzers berücksichtigt. Zum Beispiel was sie vorher gesucht und sich angeschaut haben oder auch welche Dokumente sie favorisiert haben. Außerdem fließen die sozialen Strukturen der Nutzer mit in die Betrachtungen ein, das heißt, in welchen Gruppen sich die Nutzer befinden. Dabei werden vor allem die Ergebnisse angezeigt, die in Verbindung mit den aktiven Gruppen stehen.

In der Suchfunktion ist es uns wichtig, dass die Struktur von PRiME bestmöglich genutzt wird. Wenn ein Nutzer beispielsweise eine Stichwort sucht bzw. eingibt und dieses in drei verschiedenen Abschnitten eines Kapitels vorkommt, dann wird dem Nutzer letztlich das gesamte Kapitel angezeigt und nicht alle drei Abschnitte separat. Die Idee ist, den Nutzern bei der Suche so wenig Informationen wie möglich und so viel Informationen wie nötig zur Verfügung zu stellen.

Und damit wären wir schon am Ende unseres heutigen Blogeintrags. Für Fragen stehen wir Ihnen wie immer gern zur Verfügung!

 

Bis bald und eine schöne Woche wünscht Ihnen

Ihr PRiME-Team

Der Einsatz von Learning Analytics in PRiME

Den Begriff „Learning Analytics“ haben wir hier schon des Öfteren erwähnt, schließlich ist er ein elementarer Bestandteil in PRiME. Doch was hat es eigentlich damit auf sich? Wir geben zu: So richtig erklärt haben wir das auf unserer Website noch nicht. Doch das werden wir heute nachholen.

Warum überhaupt Learning Analytics?

Beginnen wir mit einem kleinen Versuch: Stellen Sie sich vor, Sie nutzen Ihr Smartphone/Tablet/Notebook für die Lösung einer Arbeitsaufgabe. Gehen Sie in Gedanken doch einmal durch, wo überall Daten entstehen könnten. Wie Sie sich sicher denken können, sind das oftmals eine ganze Menge (Stichwort: Big Data; aber das nur am Rande).

Auch in PRiME ist es nicht ungewöhnlich, dass große Datenmengen aus verschiedenen Quellen entstehen, wenn die unterschiedlichen Anwendungen genutzt werden. Jeder Nutzer hinterlässt dabei Datenspuren, wenn Inhalte bearbeitet werden – sei es durch das Kommentieren eines Beitrages, die Erstellung einer Notiz oder die Benachrichtigung zu einer Änderung an einem abonnierten Dokument.

Für uns stellt sich daher die Frage, wie die vom Lernenden hinterlassenen Daten innerhalb der Apps handhabbar gemacht werden können, sodass das persönliche Lern- und Lehrergebnis bestmöglich unterstützt werden kann. Dazu liefern Learning Analytics-Methoden eine Lösung. Hierbei werden die Daten des Lernenden gespeichert, aufbereitet und schließlich ausgewertet bzw. interpretiert.

Für wen sind sie nützlich?

Mithilfe der Datenanalyse profitieren zunächst einmal die Lernenden selbst. Die Learning Analytics-Elemente liefern ihnen in den unterschiedlichen Anwenderrollen eine pseudonymisierte Analyse ihres individuellen Lernprozesses. Beispielsweise helfen die Auswertungen dabei, die Lernaktivitäten besser zu beobachten und verstärkt zur (Selbst-)Reflexion anzuregen. Hierdurch wird den Lernenden ein Einblick in die persönlichen Lernfortschritte gewährt. Entsprechend der spezifischen Lernbedürfnisse steht das Ziel im Vordergrund, einen nachhaltigen Lerneffekt zu erzielen. Auch Stellen, an denen noch Lernschwierigkeiten auftauchen, sind auf diese Weise besser identifizierbar. Ein wichtiger Punkt hierbei ist, dass wir uns bei jeglichen Umsetzungen in diesem Bereich an die für das Projekt geltenden Datenschutzregeln halten.

Für Autoren von Trainingsunterlagen wiederum, das heißt für die Lehrenden im weiteren Sinne, sind Learning Analytics insofern nützlich, dass die von ihnen bereitgestellten Lernmaterialien den Lernprozess unterstützen. In diesem Kontext ist es für die Autoren auch wichtig zu wissen, wie die erstellten Unterlagen von den Lernenden angenommen werden, das heißt, ob sie hilfreich für die angestrebten Lernziele sind. Daher stellen Learning Analytics-Methoden zusätzlich ein Mittel dar, um eine Qualitätssicherung des Lernmaterials vorzunehmen und einzelne Lerninhalte je nach Bedarf anzupassen. Sinn und Zweck der Datenerhebung und -auswertung ist es also vor allem, die Lernumgebung in PRiME kontinuierlich zu optimieren.

Wie erfolgt die Umsetzung?

Um das zu erreichen, werden folgende Maßnahmen im PRiME umgesetzt:

  • kontextbasierte Suche, z.B. nach den Interessen des Lernenden
  • kontextrelevante Rückmeldungen und Empfehlungen, z.B. durch Erfahrungsberichte oder Annotationen
  • Dashboards zur Ansicht von individuellen Lernaktivitäten und -zielen
  • Visualisierungen, z.B. Auswertungen in Form von Diagrammen und Statistiken

Das Ganze gestaltet sich so, dass im mobilen Backend-Bereich die Anwendung Analyzer zum Einsatz kommt. Diese hat den Zweck, die zusammengefassten Nutzungsinformationen für den Lernenden darzustellen. So wird beispielsweise visualisiert, wie lange und in welchem Rhythmus (z.B. täglich oder wöchentlich) der Lernende im System aktiv war, wie viele Annotationen erstellt oder welche Apps genau geöffnet wurden. Diese Elemente sind einfache Statistiken zur Selbstreflexion, ohne dass sie durch das System bewertet werden. Das folgende Bild zeigt die App-Nutzung eines Users in einem bestimmten Zeitraum:

 

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Ansicht im Analyzer: Learning Analytics geben u.a. Aufschluss über die App-Nutzung

 

Umfangreicher wird es dann bei anderen Funktionalitäten, wie bei der Suche, für welche die sozialen Strukturen der einzelnen Nutzer (z.B. Mitgliedschaft in Gruppen) mit einfließen. Auf Basis der eigenen Suchbegriffe und abonnierten Dokumente der Kollegen werden die Ergebnisse des Suchvorgangs unterschiedlich gewichtet. Dokumente, die den Suchbegriff beinhalten und auch von engen Kollegen abonniert sind, erscheinen weiter oben als dem persönlichen sozialen Netzwerk komplett unbekannte Dokumente. Das gleiche Verfahren ist auch für Empfehlungen denkbar und soll noch ergänzt werden.

Insgesamt liefern die aufbereiteten Daten also wichtige Erklärungen – sowohl aus Sicht der Lernenden (z.B. Wagenmeister) als auch aus Sicht der Lehrenden (z.B. Trainingsentwickler). Die Learning Analytics in PRiME helfen letztlich dabei, einen tieferen und zugleich strukturierteren Einblick in diese komplexe Zusammenhänge, in diesem Fall des Lernverhaltens zu bekommen.

Und das war er auch schon, unser Überblick zu den Learning Analytics. Haben Sie Fragen? Dann lassen Sie es uns gern wissen, z.B. in den Kommentaren!

 

Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins Wochenende!

Ihr PRiME-Team

 

Einblicke in die Ergebnisse der Anwenderworkshops

Vielleicht werden Sie sich erinnern: Vor einigen Monaten haben wir über zwei Anwenderschulungen im März berichtet. Wir waren in zwei Schulungsklassen mit je neun Wagenmeistern unterwegs, um PRiME längerfristig im Arbeits- bzw. Schulungsalltag zu testen. Bei den anfänglich zwei Schulungen ist es nicht geblieben. Wir nehmen seitdem regelmäßig mit an den Veranstaltungen teil und unterstützen die Klassen mit Tablets und dem dazugehörigen PRiME-System. Interessant ist vor allem, welche Ergebnisse der Einsatz von PRiME in den Schulungen mit sich bringt. Genau darum geht es im heutigen Blogeintrag.

 

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Quelle: Pixabay

Hintergründe

Damit Sie einen Eindruck von den Anwenderworkshops und vor allem von den Ergebnissen bekommen, wollen wir zunächst einmal auf die Teilnehmer an sich eingehen. In den Schulungen ist beispielhaft die Nutzergruppe der Wagenmeister vertreten. Die Teilnehmer sind etwa Ende 40 und haben um die 20 Jahre Berufserfahrung in gleichen oder ähnlichen Tätigkeitsbereichen.

Anfänglich war das PRiME-Team bei den Schulungen mit vor Ort, um z.B. direkt auf Fragen einzugehen. Doch nach und nach wurde das von den verantwortlichen Trainern übernommen, sodass die wöchentlich wechselnden Gruppen das System nun weitgehend eigenständig im Schulungsalltag testen.

Nachdem PRiME in der Schulungswoche über getestet wird, wird am Ende der Woche ein Fragebogen an die Teilnehmer verteilt. Hierbei werden verschiedene Aspekte abgefragt: Vom Nutzen von PRiME über die Benutzbarkeit der Anwendungen bis hin zur Erfolgsaussicht und Motivation. Wichtig dabei sind vor allem die subjektiven Empfindungen der Teilnehmer in Bezug auf den PRiME-Einsatz. Doch was ist bisher nun genau herausgekommen?

Die Ergebnisse

Teil 1: Nutzen von PRiME

In diesem ersten Teil des Fragebogens geht es vor allem darum, wie gut PRiME das Lernen unterstützt. Gemessen wird in verschiedenen Kategorien wie Unterstützung beim Lernen, Reflektieren, bei der Arbeitseffizienz und Kommunikation. Dazu zählt zum Beispiel, ob die Teilnehmer sich aufgrund des Systems intensiver mit den Schulungsunterlagen beschäftigen oder ob das System sie in ihren Arbeitsprozessen unterstützt. Bisher konnten wir hier Werte um die 5 auf einer Likertskala [1;6] (6 als maximal positiver Wert) erzielen, was ca. 80 % entspricht. Besonders auffällig ist hier auch der wahrgenommene Mehrwert bei der Nutzung von Tablets und die sehr gute Integrierbarkeit in die Arbeit.

Teil 2: Benutzbarkeit

Im zweiten Teil des Fragenbogens befragen wir die Teilnehmer zu Aspekten der Benutzbarkeit bzw. Usability der mobilen Anwendungen. Unser Ziel dabei ist es, herauszufinden, wie sich PRiME insgesamt bedienen lässt. Dazu zählt unter anderem, ob es intuitiv und einfach von den Teilnehmern zu bedienen ist oder ob es möglicherweise Widersprüchlichkeiten gibt und es als unnötig komplex wahrgenommen wird. Die Auswertung nehmen wir schließlich in Form einer „System Usability Scale“, kurz SUS, vor. Es handelt sich dabei um eine gängige Methode zur quantitativen Analyse der Gebrauchstauglichkeit eines Systems. Die Werte der SUS reichen von 0 bis 100. Je größer der Wert, desto besser die Benutzbarkeit, wobei generell ab einem Wert von 68 eine gute Benutzbarkeit zu verzeichnen ist. Mit minimalen Schwankungen haben wir mit PRiME einen Wert von etwa 77 erreicht. Dies entspricht einer guten Nutzbarkeit.

Aus den Schulungen heraus nehmen wir Rückmeldungen fortwährend auf, um das PRiME-System peu à peu zu optimieren und an die Nutzerbedürfnisse anzupassen. So kletterte beispielsweise der SUS nach oben, nachdem wir entsprechend der Wünsche der Teilnehmer einen Offline-Speicher ergänzt haben. Dadurch haben sich die Ladezeiten der Seiten noch einmal deutlich verkürzt.

Teil 3: Erfolgsaussicht

Im dritten und letzten Teil des Fragebogens werden insbesondere Aspekte zu den Erfolgsaussichten und zur Nutzerzufriedenheit erfasst. Darüber hinaus besteht hier für die Teilnehmer die Option, offene Fragen zu beantworten und noch eigene Anmerkungen zu ergänzen. Zur Abfrage der Erfolgsaussicht greifen wir auf den sogenannten Net Promoter Score, kurz NPS, zurück. Dieser gibt auf einer Skala von 0 bis 10 Auskunft darüber, wie wahrscheinlich es ist, ob ein Nutzer das System – in diesem Fall PRiME – weiterempfehlen würde (0 = unwahrscheinlich, 10 = äußerst wahrscheinlich). Der NPS ergibt sich aus der Differenz der Anteile von Befürwortern und Kritikern:

 

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Quelle: Impulse

 

Wie zu erkennen ist, sind die Gruppen Kritiker/Passive/Promotor nicht gleichmäßiger über die Skala verteilt, der NPS ist dementsprechend eine sehr harte Skala. Der Wertebereich liegt damit zwischen +100 % und –100 %. Je nach Branche können die Werte etwas schwanken, aber generell kann man sagen, dass ab einem zweistelligen positiven Wert ein guter NPS vorliegt. Teilweise kann jedoch auch schon ein Wert von 0 in Ordnung sein. In unserem Fall haben wir bisher einen Spitzenwert von 44 erreicht, was einem sehr guten Ergebnis entspricht.

Chancen nutzen

Wie schon etwas weiter oben angedeutet, spielen die Ergebnisse in den Fragebögen, aber auch das Feedback, das uns in den Schulungen direkt gegeben wird, für die Weiterentwicklung von PRiME eine enorm wichtige Rolle. Wünsche und Anregungen versuchen wir schnellstmöglich in den nächsten Zyklen berücksichtigen und umzusetzen, damit letztendlich beide Seiten – sowohl die Teilnehmer als auch wir – glücklich sind.

Und damit wären wir heute auch schon am Schluss. Auch wenn der Blogeintrag etwas theorielastiger war als sonst, hoffen wir, dass Ihnen der Einblick in die Ergebnisse gefallen und etwas Aufschluss gebracht hat.

 

Das PRiME-Team wünscht Ihnen ein schönes Wochenende,

bis bald!

[Was macht eigentlicht…]: Die Gruppenfunktion

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Unser letzter Blogpost im Rahmen unsere Reihe [Was macht eigentlich…] liegt schon ein Weilchen zurück. Deshalb liegt es nahe, hier mal wieder nachzulegen und Ihnen eine neue Funktion vorzustellen. Wohlgemerkt: Da wir schon seit einiger Zeit an der Funktion tüfteln, ist sie für uns nicht so neu, aber bisher hatten wir sie noch nicht weiter im Blog oder an anderer Stelle unserer Website erwähnt. Lange Rede, kurzer Sinn: Heute geht es um die Gruppenfunktion in PRiME.

Die Funktion ist eigentlich so einfach wie naheliegend: Mit ihr lassen sich im System Gruppen verschiedenster Art definieren und modellieren. Somit haben die Nutzer in PRiME u.a. die Möglichkeit, vertrauliche Daten nicht wahllos mit allen anderen Nutzern zu teilen, sondern den Personenkreis selbst auszuwählen, für den die Daten bestimmt sein sollen.

Eigenschaften von Gruppen

Gruppen können mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften erstellt werden, z.B.:

  • Sichtbarkeit: Ist eine Gruppe für den Nutzer öffentlich sichtbar oder bleibt sie verborgen?
  • Privatsphäre: Kann der Nutzer die anderen Nutzer in der Gruppe sehen oder sind sie privat?
  • Zugänglichkeit: Ist die Gruppe frei zugänglich oder muss der Nutzer zunächst eine Anfrage schicken?
  • Einladungen: Kann der Nutzer einfach andere Nutzer einladen oder liegen die Rechte beim Administrator?

Innerhalb einer Gruppe können, wie oben beschrieben, die Mitglieder also mit unterschiedlichen Rechten und Nutzungsmöglichkeiten ausgestattet sein bzw. werden. Schließlich variiert die Nutzung von Mitglied zu Mitglied: Das kann mit der Position oder Funktion der jeweiligen Person zusammenhängen, aber auch schlichtweg damit, welche Aufgaben oder Interessen mit anderen geteilt werden sollen.

Anwendungsbeispiele

Auf dieser Basis lassen sich verschiedene Sachverhalte abbilden, wie beispielsweise:

  • Kollegenkreise
  • Projektgruppen
  • Interessensgruppen
  • Abteilungen
  • private Freundeslisten

Nach einem ähnlichen Muster kann beispielsweise ein Trainer eine Seminargruppe erstellen, in der die Trainingsdokumente hochgeladen und freigegeben werden sollen. Um sich das Ganze noch etwas besser vorstellen zu können, kommen nachfolgend ein paar Screenshots zur Gruppenfunktion:

 

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Übersicht über meine Gruppen

 

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Erstellen einer neuen Gruppe

 

Das war es auch schon für heute. Das PRiME-Team wünscht eine schöne Restwoche, bis bald!

Datenschutz in PRiME: Eine Frage der Sicherheit

„Datenschutz“: Kaum ein anderes Wort sorgt für so viele Diskussionen und Kontroversen in der Öffentlichkeit. Das Thema wird vor allem durch die rasend schnelle Verbreitung digitaler Informationen aufgeworfen. So unterschiedlich die Meinungen sind, in einer Sache sind sich die Experten einig: Datenschutz ist ein Muss. Wie man letztlich ein gutes Datenschutzniveau erreicht und was sich dahinter versteckt, ist vielmals aber sehr unterschiedlich.

 

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Quelle: www.pixabay.com

 

Über das Verständnis von Datenschutz

Wenn das Wort Datenschutz auftaucht, so entsteht oftmals die Vorstellung, dass es sich vor allem um einen sicheren Betrieb eines Dienstes oder eines Computers handelt – ob im privaten oder beruflichen Kontext. Keine Frage, das ist durchaus ein wichtiger Aspekt, aber er greift im Falle von PRiME noch etwas zu kurz, denn auch wir beschäftigen uns im Rahmen des Projektes sehr intensiv mit dem Thema Datenschutz.

Wir haben es mit einer Menge an (Nutzer-)Daten zu tun: Diese kommen zum einen dadurch zustande, dass den Nutzern Informationen zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise in Form von Regelwerken oder anderen Lern- und Arbeitsmaterialien. Zum anderen produzieren aber die Nutzer selbst zusätzlichen Content, indem sie zum Beispiel Annotationen in Dokumenten vornehmen. Und nicht zuletzt sind da noch die Learning Analytics, das heißt Algorithmen, mit denen die Daten des Lernenden gespeichert, aufbereitet und schließlich ausgewertet werden, um das Lernen der Nutzer bestmöglich zu unterstützen. Die Daten, die also in diesem Zusammenhang gesammelt werden, können Bestandteil immer umfangreicherer Analysen, Steuerungen und Handhabungen werden.

Herausforderung in den Learning Analytics

Insbesondere der Bereich der Learning Analytics erfordert eine genaue Betrachtung datenschutzrechtlicher Fragen, wie zum Beispiel:

  • Wem gehören die Daten und wer darf sie nutzen?
  • Wie kann das Recht auf Privatsphäre gewahrt werden?
  • Wie können die Interessen von Nutzern und Verantwortlichen abgewogen werden?

Das Vorgehen in PRiME

Ein wichtiger Aspekt in PRiME besteht unter anderem darin, den Nutzer zu jeder Zeit selbst entscheiden zu lassen, welche Inhalte vollständig und nur teilweise zur Verfügung stehen sollen. Oft sind Informationen vertraulich oder betreffen nur einen bestimmten Personenkreis, sodass hier je nach Bedarf oder Kontext differenziert werden muss, wer die Inhalte einsehen darf und wer nicht. Das Stichwort lautet hier: Selbstbestimmung. Das gilt in allen drei Reflexionsebenen des Lernens, die PRiME zugrunde liegen, das heißt…

  • in der persönlichen Lernumgebung – die Ebene, in der Inhalte nur für die Nutzer selbst sichtbar sind
  • im persönlichen Netzwerk – die Ebene, in der Inhalte mit bestimmten Personen oder Abteilungen geteilt werden können
  • im organisationalen Netzwerk – die Ebene, in der Inhalte firmenweit zur Verfügung gestellt werden können

Ingo, unser Ansprechpartner in Sachen Datenschutz, hat bereits auf der eQualification 2014 an konkreten Fallbeispielen aus dem Projekt PRiME datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen für digitale Bildungsangebote in Deutschland aufgezeigt und mit dem Fachpublikum diskutiert. Auch in der Folge haben wir zu Teilaspekten des Forschungsvorhabens PRiME Gespräche mit Juristen und Datenschützern geführt. Dabei haben wir für das Projekt Hinweise zur Gestaltung und Umsetzung gewonnen.

Das Thema Learning Analytics im Kontext Datenschutz bietet sich für eine vertiefende Betrachtung in weiteren Forschungsvorhaben an. Abschließend diskutiert ist das Thema Datenschutz in der wissenschaftlichen Community dabei nicht. Anstehende Änderungen in den datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen, wie durch die EU-Datenschutz.Grundverordnung, werden die Diskussion nicht abebben lassen. In diesem Sinne werden wir uns vom PRiME-Team auch in der nächsten Zeit weiter mit dem Thema beschäftigen.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zum Thema Datenschutz speziell zu PRiME? Dann lassen Sie es uns gern wissen!

 

Bis bald,

Ihr PRiME-Team

[PRiME im Portrait]: Interview mit Christoph Greven und Hendrik Thüs

Was wäre ein Projekt ohne sein Team? Vermutlich nicht viel. Daher gibt es heute mal wieder ein Interview mit zwei unserer Teammitglieder: Hendrik und Christoph. Die beiden werden heute einen genaueren Einblick in ihre Arbeit geben, die vor allem mit der Entwicklung von PRiME zu tun hat. Aber lassen wir sie einfach selbst zu Wort kommen:

Lieber Christoph und lieber Hendrik, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben:

Christoph

Christoph Greven

Bitte erzählt uns doch ein wenig über eure Person und euer Fachgebiet!

Christoph: Gerne. Mein Name ist Christoph Greven und ich habe meinen Masterabschluss in Informatik an der RWTH Aachen gemacht. Mein Fokus lag dabei im Wesentlichen auf Softwareentwicklung und e-Learning. Direkt im Anschluss habe ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Lehr- und Forschungsgebiet Informatik 9 (Lerntechnologien) angefangen, mit dem Ziel, dort auch zu promovieren. Seitdem beschäftige ich mich mit hauptsächlich mit Wissensmanagement, mobilem Lernen und allem, was damit zusammenhängt, wie beispielsweise Empfehlungssysteme.

Hendrik: Hallo, mein Name ist Hendrik Thüs. Bis vor drei Monaten habe ich das Projekt PRiME noch auf der Seite der RWTH Aachen mit betreut. Am 01.04. bin ich zur Deutschen Bahn, genauer zu DB Training gewechselt und arbeite von der anderen Seite her im Projekt weiter. Fachlich beschäftige ich mich mit der Nutzung von Kontextinformationen von Lernenden zur Verbesserung der Lernerfolge oder der alltäglichen Organisation. Solche Informationen helfen, personalisierte Empfehlungen und Rückmeldungen zu geben bzw. das Lernsystem an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

Hendrik

Hendrik Thüs

Womit beschäftigt ihr euch genau bei PRiME und was sind eure derzeitigen Aufgaben im Projekt?

Christoph: Das Projekt ist ja sehr komplex und vielseitig und entsprechend sind das auch die Aufgaben. Als Entwickler arbeite ich hauptsächlich an dem Backend von PRiME, dem zentralen Wissensspeicher, der über Services alle Anwendungen der Nutzer bedient. Das Entwicklungsteam ist groß und wird derzeit u.a. durch 5 Hilfswissenschaftler unterstützt. Diese zu koordinieren und dafür zu sorgen, dass sich das System stetig gemäß unserer Ziele weiterentwickelt, gehört zu meinen Aufgaben. Daneben aber auch u.a. die Anforderungserhebung und Evaluation mit unserer Zielgruppe.

Hendrik: Vor meinem Wechsel zur Deutschen Bahn habe ich mich zusammen mit einem Teil unserer Hiwis um die Entwicklung der mobilen Anwendungen des PRiME-Systems gekümmert. Aktuell beschäftige ich mich mehr mit dem Austausch mit anderen Projekten, um mögliche Schnittstellen und Kooperationen zu finden.

Wir sind neugierig: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei euch aus?

Christoph: Neben den Arbeiten, die in PRiME anstehen, haben wir natürlich am Lehr- und Forschungsgebiet noch andere Verpflichtungen, beispielsweise Lehre, Betreuung von Abschlussarbeiten etc. Das bringt ziemlich viel Abwechslung.

Hendrik: Bei mir hat es bisher noch keinen typischen Arbeitstag gegeben. Durch die starke Verteilung der einzelnen Bereiche bei der Deutschen Bahn reise ich sehr viel zu verschiedenen Veranstaltungen, wie z.B. zu Kundendialogen, Roadshows oder Kongressen. Hier präsentiere ich unser Projekt zusammen mit Kollegen und tausche mich mit Interessenten aus.

Agile Entwicklungsmethoden wie SCRUM oder Kanban werden aktuell viel diskutiert. Wie seid ihr bisher an die Entwicklung von PRiME herangegangen? Habt ihr bestimmte Vorgehensweisen oder Methoden?

Christoph: Oft wird bei solchen agilen Entwicklungsmethoden Flexibilität mit Chaos verwechselt. In der Softwareentwicklung generell, aber vor allem in Forschungsprojekten bieten sich dennoch agile, iterative Prozesse an, die Einflüsse durch neue Erkenntnisse oder weitere Anforderungen zulassen. Wir arbeiten nicht speziell nach SCRUM, aber sehr ähnlich. Neben einer Roadmap mit abstrakteren Zielen über die gesamte Projektlaufzeit nutzen wir noch diverse weitere Werkzeuge. Unsere Softwareentwicklungen sind kleinschrittiger gestaltet, d.h. aus einer Art Backlock werden wöchentlich Aufgaben mit hoher Priorität identifiziert und verteilt, die mit den Absprachen unserer zweimonatigen Kernteamtreffen harmonieren. Da möchte ich aber jedem Team nahe legen, individuell für sich die beste Zusammenstellung an Maßnahmen und Werkzeugen zu finden und diese auch bei Bedarf anzupassen. Denn zweckgebunden sollte es immer sein.

Welche Programmiersprachen nutzt ihr für PRiME?

Hendrik: Zu Beginn des Projekts kam unter anderem diese Frage auf. Hierzu muss man wissen, dass das PRiME-Projekt eigentlich aus drei Teilbereichen besteht: einem Backend zur Verwaltung und Speicherung der Informationen, einem webbasierten Tool für Autoren zum Importieren und Editieren von Dokumenten sowie aus mehreren mobilen Anwendungen. In jedem Bereich haben wir uns an die gängigen Standards gehalten und keine Experimente gemacht. Die grundlegende Sprache in allen drei Bereichen ist Java, wobei sich erst 2014 herausgestellt hat, dass wir die mobilen Anwendungen für die mobile Plattform Android entwickeln und nicht für iOS-Geräte. Ansonsten wären wir hier auf den Objective-C-Zug aufgesprungen.

Worauf legt ihr bei der Entwicklung von PRiME besonders großen Wert?

Christoph: Es gibt genug Projekte, die vielleicht sehr gute Ideen verfolgt haben und letzten Endes doch in der Schublade gelandet sind. Auch weil die angedachten Anwender schließlich vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Das wollen wir mit PRiME keinesfalls. Deswegen haben wir Vertreter unserer Zielgruppe, wie Wagenmeister sowie die entsprechenden Trainer, Trainingsentwickler und Fachautoren, schon von Anfang an mit eingebunden – ob bei Anwenderworkshops direkt zu Beginn, diversen Feedbackrunden, Demos oder aktuell bei Live-Evaluationen in Schulungen. Nur so können wir sicherstellen, dass wir ein System entwickeln, das später auch von den Nutzern akzeptiert wird. Denn PRiME lebt von der Beteiligung des Einzelnen.

PRiME ist ein komplexes System und sicherlich seid ihr im Laufe der Zeit auch mal an Punkte gelangt, die euch etwas Kopfzerbrechen bereitet haben. Worin seht ihr generell die Herausforderungen bei der Entwicklung?

Hendrik: Bei einigen Aspekten greifen wir bewusst auf Altbewährtes zurück, beispielsweise um die Integration in die IT-Landschaft sicherzustellen. Woanders setzen wir auf Tools, die selber noch im Weiterentwicklungsprozess sind und wir dann schon hin und wieder an die Grenzen des Machbaren gelangen. Das betrifft vor allem die ungewöhnlich komplexe interne Wissensstruktur aus verschiedenen Elementen, mit verschiedenen Relationen, in verschiedenen Versionen usw. Speziell bei der Entwicklung der mobilen Anwendungen gab es bislang aber keine unlösbaren Probleme. Weitere Herausforderungen liegen eher im konzeptuellen Bereich. Viele Meinungen und Wünsche führen zu vielen Prototypen, aus denen sich die goldene Mitte herausentwickeln muss. Dies bedeutet, dass viel getestet und evaluiert werden muss.

Wenn ihr mal auf einen Blick auf den Anfang des Projektes vor 3 Jahren und jetzt werft: Wie schätzt ihr die Entwicklung von PRiME seitdem ein?

Christoph: Es freut mich zu sehen, dass wir unsere Ziele so konsequent verfolgen und umsetzen konnten. Die Idee hinter PRiME ist immer weiter gewachsen und konkreter geworden und nach der langen Zeit zu einem handfesten Werkzeug manifestiert. Der Kontakt mit allen Interessierten, auch außerhalb unserer ersten Testgruppe, zeigt aktuell das Bedürfnis und den Wunsch nach einer Hilfe wie PRiME. Daran merken wir, dass wir anscheinend etwas richtig gemacht haben. Das unterstreichen auch die Preise, mit denen das Projekt bisher ausgezeichnet wurde. Am Ende stecken dahinter aber immer tolle Menschen, ein gut funktionierendes Team und eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Hendrik: Technisch und didaktisch ist das Projekt eine große Herausforderung. Im Laufe der Zeit haben wir festgestellt, dass sich unsere Ideen und Wünsche recht gut umsetzen lassen. Und mehr noch: Durch die stetige Evaluation mit Teilnehmern der Zielgruppe kamen immer neue Anforderungen, Wünsche und Ideen, die wir am Anfang noch nicht auf dem Schirm hatten und die die Nutzbarkeit erheblich verbessern.

Die Tech-Welt befindet sich im stetigen Wandel. Auf welche zukünftigen IT-Entwicklungen freut ihr euch am meisten? Und inwiefern könnten diese für PRiME relevant sein?

Christoph: Wir haben in PRiME zwar schon einige intelligente Verfahren, um die Nutzer zu unterstützen und kognitiv zu entlasten, zum Beispiel bei der Eindämmung der Informationsflut bei der Vorauswahl relevanter Materialien, um die akute Problemsituation zu bewerkstelligen. Es gibt aktuell aber viele Bemühungen in den Bereichen Datenanalyse und künstliche Intelligenz, die hier völlig neue Möglichkeiten schaffen und dessen Konsequenzen wir momentan vermutlich noch gar nicht abschätzen können.

Hendrik: PRiME ist ein Projekt für mobile Mitarbeiter. Insofern finde ich die Entwicklungen der mobilen Endgeräte und zugehöriger Technologien wie Augmented und Virtual Reality sehr spannend. Ein Tablet, so portabel es sein mag, nimmt trotzdem noch mindestens eine Hand des Nutzers in Anspruch. Neue Aus- und vor allem Eingabemethoden können den Umgang mit Informationen stark vereinfachen.

Die letzte Frage an euch: Wie würdet ihr PRiME in 3 Worten beschreiben?

Christoph: 3 Worte? Das sind ziemlich wenige für ein so komplexes System – sogar bei der Namensfindung (Professional Reflective Mobile Personal Learning Environments) haben die nicht ausgereicht. Work – reflect – learn, das haben wir anfangs in unser Logo aufgenommen und das trifft es auch nach wie vor ziemlich gut.

Hendrik: Kurz und knapp: mobil – strukturiert – personalisiert.

Herzlich Dank ihr beiden, dass ihr euch die Zeit genommen habt, die Fragen zu beantworten. 🙂 Damit verabschieden wir uns für heute und wünschen allen eine schöne Woche!

 

Bis bald,

Ihr PRiME-Team

P.S. Unser letztes Interview mit Amine und Michael können Sie übrigens hier nochmal nachlesen.

[Review]: PRiME auf dem Kundendialog 2016

Zuhören, erzählen und voneinander lernen: Das macht ein gutes Gespräch für uns aus. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der Kundendialog von DB Training, zu dem vor kurzem eingeladen wurde. So ging es am 01.06.2016 für einen Teil des PRiME-Teams nach Berlin und am 23.06.2016 nach Frankfurt am Main. Was dort alles stattgefunden hat, werden wir in den nächsten Abschnitten genauer erzählen.

 

Kundendialog_DB_Training

 

Kundendialog: Was ist das überhaupt?

Der Kundendialog ist ein Veranstaltungsformat, um vor allem mit internen Kunden der Deutschen Bahn persönlich in Kontakt zu kommen. Realisiert wird das Ganze durch verschiedene Events, aus denen sich der Kundendialog zusammensetzt: zum einen gibt es die beiden Präsenzveranstaltungen in Berlin und Frankfurt und zum anderen kleine örtliche Roadshows (später dazu mehr). Die Jahre zuvor war der Kundendialog noch eine zusammenhängende Veranstaltung über einen oder mehrere Tage am Stück – dieses Jahr war bzw. ist das also anders.

In den beiden großen Veranstaltungen trafen schließlich interne Kunden sowie Mitarbeiter der Deutschen Bahn auf die Verantwortlichen unterschiedlichster Projekte, die aktuell im Konzern laufen. Auf diesem Weg konnten sich die ca. 30 bis 35 Teilnehmer in verschiedenen Formaten ein genaueres Bild von der Vielfalt der Projekte machen.

 

Programm und Ablauf

Der Fokus der Veranstaltungen stand ganz im Sinne der Schulung und Qualifizierung. So wurde beispielsweise ein Schulungsstellwerk mit WC-Anlagen nachgebaut. Insgesamt waren jeweils etwa 10 Projekte am Start. Mit darunter war auch unser Projekt PRiME, das von Hendrik Thüs in Berlin und von Andreas Plonné und Gerd Schumacher in Frankfurt präsentiert wurde.

Sowohl in Berlin als auch in Frankfurt verliefen die Veranstaltungen recht ähnlich ab. So gab es jeweils drei Sessions:

  1. Session: Workshop zum Thema Design Thinking
  2. Session: Workshop mit Präsentation zu Themen wie z.B. Change Management
  3. Session: Messeteil mit Projektständen

Mit PRiME hatte unser Team ebenfalls einen Messestand, auf dem die Anwendungen und das Prinzip des Systems demonstriert und vorgestellt wurden. Die Teilnehmer teilten sich schließlich in drei kleinere Gruppen auf, sodass jede Gruppe etwas von den Sessions mitbekam und eigentlich immer etwas los war, sowohl in den Workshops als auch am Messestand. So kamen wir auch mit den einen oder anderen Interessenten ins Gespräch.

 

Fazit

Alles in allem verlief die Organisation und Präsentation der beiden Veranstaltungen des Kundendialogs gut. Dadurch dass sich die Gruppen in den unterschiedlichen Sessions verteilten und schlussendlich alle Stationen durchlaufen sind, entstand eine gewisse Dynamik, die wir als sehr angenehm empfanden. Im Laufe der Veranstaltungen in Berlin und Frankfurt haben wir interessante Gespräche zum Thema PRiME, aber auch zu weiterführenden Themen wie Big Data geführt. Auch die Aufteilung des Kundendialogs in mehrere Veranstaltungen hat uns, genauso wie vielen anderen Teilnehmern, gut gefallen. So lassen sich sich noch einmal mehr Meinungen und Ansichten mit einbringen, wodurch das Veranstaltungsformat einfach sehr abwechslungsreich wird.

 

Was kommt als nächstes?

Wie weiter oben schon angedeutet, finden schon ab morgen ergänzend zu den größeren Präsenzveranstaltungen die dazugehörigen Roadshows statt. Hierbei werden vom 05.07. bis 05.10.2016 verschiedene Städte in Deutschland angesteuert (u.a. Köln, Hamburg, Karlsruhe, Leipzig,…), in denen die relevanten Themen durch Kundenmanager vor Ort präsentiert werden. In einem insgesamt kleineren Setting haben hier die Teilnehmer noch einmal die Möglichkeit, in der Stadt ihrer Wahl Einblicke in einzelne Projekte zu bekommen. Ein Workshop zum Thema Design Thinking ist ebenso vorgesehen. Eine spannende Sache also!

Wenn Sie Fragen zum Kundendialog haben oder noch mehr zu den Roadshows erfahren möchten, dann lassen Sie es uns wissen! 🙂

 

Wir wünschen Ihnen eine schöne Woche!

Bis bald,

Ihr PRiME-Team